
In November ging meine Tochter mit mir mit zur Bibliothek wo es Internet gibt. Sie war Bewerbungen am ausschicken, denn sie ist Dive Master und im Winter gibt es hier keine Arbeit. 13 Bewerbungsmails hat sie weggeschickt, aber wenn wir nach Hause fuhren, sagte sie mir dass sie nach Kenia wollte… Das war die innere Stimme… Am nächsten Tag wurde sie von Kenia aus angerufen und 10 Tage später war sie da. Sie hat den Weg zu einem neuen Kontinent für uns geöffnet!!
Ich habe euch damals eine E-Mail geschrieben dass ich vor meinem Geburtstag, also Anfang Februar, nach Kenia reisen würde, und jetzt bin ich gerade zurück von einer sehr starken Erfahrung. Die, die mich kennen, werden verstehen, dass dies nicht als Urlaub gedacht war. Und das war es auf keinem Fall, es war jedoch wundervoll.
Einige unter euch wissen wahrscheinlich dass ich ziemlich was gereist bin; auch zu Länder mit wenig finanzielle Quellen und Möglichkeiten. Aber die Armut die ich hier gesehen habe, die Unterentwicklung, die hab ich noch nirgendwo außer Afrika gesehen, nicht mal vor 35 Jahre. Und jetzt ist Kenia einer der besseren Länder in diesem Sinne, wo Armut, Unterentwicklung und schmutz noch mal nicht so schlimm sind wie in anderen afrikanischen Länder.
Für mich was dies ein ziemlicher schock, obwohl meine Tochter Erinda mich einige Monate bevor ich fliegen würde, schon informiert hatte.
Sie war schon nach Kenia gereist um ihren Job als Dive Master anzufangen, und am 5. Dezember sagte sie mir schon: „Es ist so anders als alles was ich gesehen habe; nicht wie Süd-Amerika, nicht wie Asien. In Nairobi gibt es keine asphaltierten Straßen, überall ist Schmutz, Müll und nachts ist es wirklich gefährlich. Die Menschen tun sich sehr schwer Weißen in ihrem Kreis zu akzeptieren.“
Sie reiste weiter nach Mombasa und noch ungefähr 60 km. südlich von Mombasa, über den Fluss, wo der Ort lag wo sie arbeiten würde.
Nachdem es klar war dass sie wirklich angekommen war und angefangen hatte mit arbeiten, und ihr Wunsch geäußert hatte als Freiwilliger, (am liebsten in einer Organisation) zu arbeiten nach allem was sie gesehen hatte, das hier getan werden muss, entschloss ich mich ein Ticket zu buchen und hinzufliegen. Ich fragte meinen Mann, Helmut, ob er mitkommen wollte, und er wollte. Vorher musste ich allerdings erst noch nach 2 verschiedenen Orten in Deutschland um Seminare zu geben und Therapeuten auszubilden, also buchte ich für den Monat Februar.
In dem Moment dass wir da ankamen, fühlte ich eine Invasion von den unterschiedlichsten Emotionen durch die Vielfalt der Eindrucken die auf mich eindrangen. Ich spürte viel Traurigkeit von den Menschen und der Stimmung, Freude wegen der Schönheit, Abscheu wegen der Schmutzigkeit und dem Gestank, Aufgeregtheit durch den Kontakt mit den Menschen das toll war da ich sehr schnell ein bisschen Swahili gelernt hatte, Überraschung wegen den hohen Preisen, Entzücktheit wegen der Schönheit von Blumen und Blüten und die Reichtum

an und von Früchten etc. Es war sehr beeindruckend zu sehen wie arm und primitiv dieses Land ist, mit so wenig Kenntnis, die Bevölkerung traurig, ängstlich, unglücklich und sehr bedürftig, während sie zwischen Schmutz und Müll lebt. Dies ist kein Land wo jeder lächelt. Sie haben eine Ehrlichkeit in ihrem Gesichtsausdruck die recht unbequem für uns sein kann. Jedoch, was ich auch tat, wohin ich auch ging, die Traurigkeit war immer präsent und so entstand dann der Drang etwas zu unternehmen.
Erst dachte ich dass ich eine Stiftung machen sollte die helfen würde das Schulgeld für die Kinder zu bezahlen. Es gibt so viele Eltern die ihre Kinder gerne in die Schule schicken würden aber es sich nicht leisten können. Aber das Schulgeld pro Kind ist weniger als €365 pro Jahr, €1 pro Tag!! Und diese beinhaltet das Transport hin und zurück zur Schule (wichtig damit sie zu Hause wohnen bleiben können!) die Mahlzeiten in der Schule(also werden sie mal satt), das Schuluniform (dann haben sie ordentliche Klamotten!) und eine Krankenversicherung! Aber wenn du dir realisierst dass viele der Eltern gerade zwischen €5 und €10 pro Monat(!) verdienen und die glückliche vielleicht €40 kannst du dir das Problem ausmahlen.
Diese erste Idee entstand nachdem mehrere Menschen, mit denen ich gesprochen hatte, mir ihren Wunsch ihre kleine Tochter in die Schule schicken zu können, geäußert hatten. Sie luden mich ein in ihre Behausung damit ich die Umständen in denen sie lebten sehen konnte und erklärten mir dann ihre Situation. Nach der erste Person, eine Putzfrau, war ich schon so weit dass ich das Schulgeld für ihre 9 Jahre alte Tochter übernehmen wollte, doch nach der 3. wusste ich dass dieses ein bodenloses Loch war und ich ein Plan brauche, da ich diese Menge Geld einfach nicht habe.
Trotzdem ist dieser Plan nicht völlig verworfen, nur ist es nicht das, womit ich anfangen werde, aber es könnte möglicherweise zu einem späteren Zeitpunkt mit aufgenommen werden.
Ich spürte, dass ich warten sollte und beobachten, denn ich wollte zu den Wurzeln gelangen. Ich fühlte dass wir zu der richtigen Situation geführt werden würden und so war es auch.
Erinda und ich waren beiden sehr „angeschlossen“ und miteinander verbunden, und so kam es, dass auf einem Tag dass wir ein Auto gemietet hatten, sie vorschlug Richtung Süden zu fahren auf Entdeckung.

Natürlich war der Weg ein Sandweg und wir drei passten sehr auf nicht zu weit von der Küste wegzufahren da es sehr einfach ist sich zu verlieren. Es gibt keine Wegweiser!!
So kamen wir beim Kinondo heiligen Wald und begegneten Salim. Er ist dort der Führer und Manager der sich um den Wald und die heilige Stätte kümmert. Er hat uns viel über seine Leute und deren Geschichte und die von seinem Stamm und den 8 anderen Stämmen die zu der gleiche spirituelle Richtung gehören, erzählt.
Er hat diese Arbeit gewählt um seine Leute zu helfen; es ist ein Projekt um Veränderung zu bewirken.
Wir haben Stundenlang geredet und dass ich hellsichtig bin war für ihn total normal und er redete über das „Unsichtbare“ mit großer Lässigkeit, was für Erinda und mich sehr angenehm war während es in unserer Welt ungewöhnlich ist. Ich sah allerlei aus der Vergangenheit während er darüber sprach wie sein Vater und Großvater es ihm erzählt hatten. Das war für uns alle interessant.
Da habe ich ihm dann erzählt, dass ein Plan für ein Projekt in mir am wachsen war; dass ich aber nicht genau wusste wie und wo ich anfangen soll. Ich erzählte ihm, dass es für die Menschen in den Dörfer ist, besonders für Frauen und ihre Töchter und er war gleich begeistert und lud uns ein in sein Dorf, in seine Gemeinschaft. Dieses ist was sehr besonderes, und wird kaum gemacht. Ich würde sogar Fotos nehmen dürfen.
Also fuhren wir einige Tagen später dahin, und auch zur Schule wo ich die stellvertretende Direktorin begegnete; eine Dame die mir viel Zeit widmete und interessiert zuhörte wenn ich von meinem Plan erzählte. Sie war begeistert und sagte dass das genau die Gruppe ist die am meisten Hilfe braucht und erzählte einige der Problematiken die sie sah. Sie und Salim werden sich fürs Projekt engagieren. Dann sagte Salim dass ich eine Spende geben muss für die Schule; das sollen Besucher tun(?) (also tat ich das).
Ich war aber noch nicht zufrieden.
Wir brachten Salim zurück zu seiner Arbeit, dem Wald, und gaben ihm Geld als Dank für seine Zeit und fuhren zurück nach Hause mit vieles zum überdenken.
Wir erzählten Erinda unsere Erlebnisse die gleich begeistert war und… ein bisl traurig da sie nicht dabei war, aber sie musste ja arbeiten.
Eins der größten Problemen in Kenia ist die nicht Vertrauenswürdigkeit der meisten Menschen. Das begegnete ich überall. Deswegen schaute ich nach mehr Menschen aus. Diese Idee von mehr Menschen leitete ich ab von dem was Salim uns erzählte über wie die Regierungshilfe wirkt. Wenn es minimal 6 Leute gibt die eine Geschäftsidee haben wird die Regierung beistehen. Falls sie Erfahrung in diesem Geschäft haben kriegen sie ein Darlehen und können anfangen. Wenn keine Erfahrung da ist aber sie dieses Geschäft vom tiefsten wünschen, kriegen sie Hilfe in der Form von Ausbildung und Kursen. Salim war derjenige der mir erzählte, dass die Regierung auf dieser Art vorbeugt dass das Geld verschwendet wird da sie sich gegenseitig auf die Finger schauen werden.
Erinda hat in ihrer Basis ein „booking girl“, Aisha, womit sie gute Freundinnen geworden ist. Aisha ist mit einem wunderbaren Mann verheiratet, Michael, und die beiden haben eine tolle Bezeihung (in Kenia eh selten). Sie erwarten ihr erstes Baby in Juni.
Mit ihr redete ich über das Ganze. Ich erklärte ihr meine Vision, mein Ideal, wie vorzugehen usw. Sie schaute sehr ernst und war sehr still. Ich konnte etwas wie Wertschätzung in ihrem Blick erkennen, aber auch etwas das ihr sorgen machte. Ich fragte sie mir zu erzählen was sie zurückhielt, also drückte sie ihre Sorgen aus: wie sicher sein dass das Geld wirklich dahin kommt wo es hin soll? Nachdem ich mit ihr geredet hatte, haben mir die meiste Menschen mit denen ich übers Projekt geredet habe, erzählt, genau wie sie, dass 80% der Bevölkerung nur versuchen wird so viel wie möglich in die eigene Tasche zu stecken…
Waren das schlechte Nachrichten? Nicht wirklich, es bestätigte nur mein Gefühl mehr Menschen finden zu wollen damit sie einander kontrollieren würden. Das erzählte ich ihr und dann kam eine wundervolle Überraschung: ihr Mann ist seit 5 Jahre in einem Projekt von einem Weisenhaus für Kinder involviert und er möchte gerne etwas Neues anfangen, eine neue Herausforderung.
Michael ist ein wunderbarer, junger intelligenter Mann der sich den Projekt wo er drin ist völlig widmet, und der mich am drittletzten Tag von unserem Verbleiben in Kenia anrief. Zwei Tage später war unser Heimflug.
Er hatte gehofft dass wir länger bleiben würden aber wenn er merkte das es eilig war machte er den nächsten Vormittag frei und kam um uns (Helmut und mich) früh morgens abzuholen. Er nahm uns mit zum Amadeus children’s Home wo wir Winnie kennenlernten; eine liebenswürdige Dame die für die ganze Administration des Heims zuständig ist. Sie ist höchst intelligent und hat ein sehr großes Herz. Obwohl

sie ihre eigene Familie hat, widmet sie ihre Energie den Kinder im Heim, immer betonend, dass die Kinder viel Liebe und Fürsorge brauchen weil sie viel erlebt haben… Wir redeten und redeten, und sie wurden immer mehr begeistert wie mehr ich erzählte was mein Ziel ist. Und… sie werden helfen. Sie werden sich mit Salim und Mwanajuma (die Lehrerin) sowohl als mit Erinda treffen um zu schauen nach wie man die legale Gründung angehen soll und kann.
Nach 3 Stunden reden haben Winnie und Michael uns dann das Projekt in dem sie arbeiten gezeigt, das Kinderheim. Es ist wunderschön!!! Alles ist mit Liebe gemacht und alles ist wirklich schön, jedoch was mich am meisten beeindruckt hat seit ich dem Gelände betreten hatte war das jede(r) lächelt und der Platz fühlt sich sehr sicher, geschützt, an wie eine liebevolle, warme Umarmung. Winnie erzählte mir dann dass sie darauf sehr viel Wert legen da diese Kinder eine grausame Vergangenheit haben…
Dann um ungefähr 13.30 U. brachte Michael uns wieder nach Hause.
Um ganz ehrlich zu sein, ich habe nie so etwas wie dies hier auf dieser Art getan. Dieses wird eine Organisation für Entwicklungshilfe werden und muss eine Brücke schlagen zwischen Europa und Kenia. Falls du weißt wie das geht, schätze ich es sehr wenn du helfen würdest und/oder Ideen geben könnest. 35 Jahre her ging das alles noch ohne irgendwelche Bürokratie...
Es gibt noch viel mehr zu erzählen, aber ich werde es erstmal hierbei belassen, und hoffe dass du es super toll findest. Du brauchst mich jetzt keine E-Mail zu schicken ob du das jetzt gut findest oder auch nicht, das ist nicht der Grund dass ich dir dieses erzähle. Ich werde sowieso meine Zeit dringend brauchen um all dieses zu organisieren und auch noch den Rest meines Lebens, privat als auch Arbeitsmäßig, so wie vorher auf die Reihe zu kriegen, und mein Leben war schon 100% voll gebucht. Aber, wenn du helfen kannst, dann bitte schreibe oder ruf mich an. Das wäre wirklich super! Schicke diesen Bericht zu all deiner Kontakten.
Meine Tochter Erinda hat mir gerade erzählt dass sie da arbeiten bleibt um ihre Arbeit für das Projekt zu finanzieren. Das nenne ich Idealismus. Wow, bitte nimm das als Beispiel, denn auch sie braucht Geld zu verdienen.
Und dann verabschiede ich mich jetzt mit den Worten: versuch immer wieder zu lieben und mach von dieser Welt einen besseren Ort, und benutze das Bewusstsein dass du hast, aktiv.
P.S. hab gerade die Nachricht erhalten dass die erste Person sich verbindet mit einer Spende von € 365 im Jahr. Der Anfang ist gemacht!
Mit all meiner Liebe,
Ria